Sprout Study Lernplan erstellen

Lernaufwand berechnen: Wie viele Stunden pro Tag bis zur Prüfung?

ECTS-Punkte, Workload, Selbststudium – eine Formel, ein Rechner ohne Anmeldung und ein Rechenbeispiel mit echten Zahlen.

Aktualisiert am 4. Oktober 2026 · 8 Minuten Lesezeit

Im Modulhandbuch steht der Workload eines Moduls in ECTS-Punkten und Stunden. Für die Prüfungsvorbereitung hilft diese Zahl allein wenig: Du willst wissen, wie viele Stunden du pro Tag lernen musst, um rechtzeitig fertig zu werden – und ob das neben Vorlesungen, Job und Leben überhaupt machbar ist. Hier siehst du, wie aus den Zahlen des Modulhandbuchs ein Plan in Stunden pro Tag wird – und was zu tun ist, wenn er nicht aufgeht.

Was hinter einem ECTS-Punkt steckt

Ein ECTS-Punkt steht für 25 bis 30 Stunden Arbeitsaufwand; an deutschen Hochschulen wird meist mit 30 Stunden gerechnet. Ein Semester mit 30 ECTS entspricht damit rund 900 Stunden – ungefähr einer Vollzeitstelle über das ganze Semester. Der Workload umfasst alles: Präsenzzeit in Vorlesung und Übung, Selbststudium, Prüfungsvorbereitung und die Prüfung selbst.

Die Präsenzzeit wird in Semesterwochenstunden (SWS) angegeben: 1 SWS sind 45 Minuten pro Woche über eine Vorlesungszeit von etwa 15 Wochen, also gut 11 Zeitstunden. Ein Modul mit 5 ECTS und 4 SWS hat damit rund 150 Stunden Workload, davon etwa 45 Stunden Präsenz und gut 100 Stunden Selbststudium. Wie viel davon gezielte Prüfungsvorbereitung ist, steht selten im Modulhandbuch – realistisch ist etwa ein Drittel des Gesamtaufwands, wenn du die Veranstaltungen besucht und im Semester mitgearbeitet hast.

Kurz: ECTS × Stunden pro ECTS → Anteil fürs Lernen → Lernstunden → geteilt durch die Lerntage bis zur Prüfung. Der Lernplaner Sprout Study rechnet nach demselben Schema – unten dieselbe Logik als Rechner.

Lernaufwand-Rechner

Trag deine Module mit ECTS-Punkten (oder Stunden laut Modulhandbuch) und Prüfungsterminen ein. Der Rechner ermittelt die Lernstunden, die Zahl der Lerneinheiten à höchstens eine Stunde und zeigt, wie viele Stunden pro Tag du brauchst – mit freien Tagen und einem Wiederholungstag vor jeder Prüfung. Nichts wird gespeichert oder übertragen.

Einstellungen

Module

Im Feld „Umfang“ kannst du auch die Stunden aus dem Modulhandbuch eintragen – dazu rechts „Stunden“ wählen.

Von Hand rechnen: Formel und Beispiel

Ohne Rechner reichen vier Schritte.

  1. Workload in Stunden. ECTS × Stunden pro ECTS. Beispiel: Modul mit 5 ECTS → 5 × 30 = 150 h.
  2. Lernstunden für die Prüfung. Workload × Anteil fürs Lernen. Bei 30 %: 150 × 0,3 = 45 h. Wer im Semester kaum mitgearbeitet hat, rechnet mit 50–70 %.
  3. Lerntage bis zur Prüfung. Tage von heute bis zum Prüfungstag (ohne ihn), minus freie Tage, minus ein Tag zum Wiederholen. Prüfung in 6 Wochen, sonntags frei: 42 − 6 − 1 = 35 Lerntage.
  4. Stunden pro Tag. 45 h ÷ 35 Tage ≈ 1,3 h pro Tag – etwas mehr als eine Lerneinheit täglich. Dieselbe Prüfung in 10 Tagen: 45 ÷ 8 ≈ 5,6 h pro Tag. In 4 Tagen: 15 h pro Tag – nicht machbar.
ModulECTSWorkloadLernen (30 %)Bis zur PrüfungPro Tag
Statistik5150 h45 h35 Lerntage1,3 h
Mikroökonomik6180 h54 h35 Lerntage1,5 h
Programmierung5150 h45 h23 Lerntage2,0 h
Zusammen pro Tag, solange alle drei laufen4,8 h

Die letzte Zeile wird meist übersehen: In der Prüfungsphase lernst du für mehrere Module parallel, und die Stunden eines Tages addieren sich. Einzeln wirkt jedes Modul harmlos, zusammen sind es fast fünf Stunden täglich bei einem Pensum von zwei. Also früher anfangen oder die Module staffeln: zuerst Programmierung (diese Prüfung ist am nächsten), dann die anderen.

Warum Workload nicht gleich Lernzeit ist

Der Anteil fürs Lernen ist der wichtigste Parameter – und er hat keinen festen Wert. Wovon er abhängt:

Praktischer Tipp: Rechne mit 30 % und vergleiche nach der ersten Woche Plan und Ist. Brauchst du für die Einheiten deutlich länger als geplant, erhöhe den Anteil – nicht das tägliche Pensum.

Typische Fehler beim Planen des Lernaufwands

Bis zur Prüfungsphase rechnen statt bis zu jeder Prüfung

Die Prüfungsphase dauert zwei bis vier Wochen, die Klausuren liegen an unterschiedlichen Tagen. Wer die gesamte Vorbereitung auf „die Tage bis zur Prüfungsphase“ verteilt, ist für die erste Klausur zu spät dran und für die letzte zu früh. Rechne für jede Prüfung einzeln.

Keine freien Tage einplanen

Ein Plan „zwei Stunden an allen 42 Tagen“ zerbricht in der ersten Woche: ein Ausfall – und alles verschiebt sich. Plane einen freien Tag pro Woche fest ein, dann ist ein Ausfall nur eine Verschiebung innerhalb der Woche.

Verpasstes auf die letzten Tage schieben

Der häufigste Fehler. Drei Tage fallen aus, und die fehlenden Stunden landen in der Woche vor der Prüfung, wo ohnehin die Spitze liegt. Richtig ist, den Rest neu auf alle verbleibenden Tage zu verteilen: 45 Stunden auf 32 Tage – 1,4 statt 1,3 Stunden täglich, statt drei Extrastunden am Ende. Genau das macht die automatische Neuverteilung im Lernplaner.

Keinen Wiederholungstag lassen

Der letzte Tag vor der Prüfung ist zum Wiederholen da, nicht für neuen Stoff. Wer ihn nicht einplant, lernt neue Kapitel am Abend vor der Klausur.

Das Pensum erhöhen statt den Plan zu ändern

Ergibt die Rechnung 6–8 Stunden pro Tag, bringt ein höheres Pensum nichts: Mehr als 8 Stunden Lernen pro Tag hält niemand länger als ein paar Tage durch. Was hilft: früher anfangen, den Stoff eingrenzen oder – wenn die Prüfungsordnung es erlaubt – den Zweittermin nehmen.

Lernaufwand im Semester verfolgen

Die Rechnung am Semesteranfang ist nur die halbe Arbeit. Danach zählen zwei Zahlen pro Woche: wie viele Stunden geplant waren und wie viele du gelernt hast. Solange das Ist beim Plan liegt, änderst du nichts. Liegst du zwei Wochen in Folge zurück, verteile den Rest neu auf die verbleibenden Tage, ohne den Prüfungstermin anzufassen. Liegt das Ist dauerhaft über dem Plan, ist der Anteil zu niedrig angesetzt – korrigiere ihn, sonst stimmt der Plan bis zum Semesterende nicht.

In einer Tabelle geht das, ist aber mühsam: Jeder Ausfall heißt neu rechnen. Sprout Study erledigt das automatisch: Du gibst Module, ECTS und Prüfungstermine ein, der Planer verteilt die Lerneinheiten auf die Tage, zeigt Plan und Ist pro Woche und schiebt Verpasstes von selbst nach vorn. Wie das funktioniert, steht im kurzen Leitfaden.

Ausgerechnet – jetzt auf die Tage verteilen. Lade deinen Studienplan als Datei oder Foto hoch, trag die Prüfungstermine ein und erhalte einen Plan für jeden Tag – mit Erinnerungen und automatischer Neuverteilung.

Lernplan in Sprout Study erstellen

Fragen

Wie viele Stunden sind ein ECTS-Punkt?

Ein ECTS-Punkt entspricht 25 bis 30 Stunden Arbeitsaufwand; an deutschen Hochschulen meist 30 Stunden. Ein Semester mit 30 ECTS sind damit 750 bis 900 Stunden. Den genauen Wert nennt die Prüfungs- oder Studienordnung deiner Hochschule.

Wie viel vom Workload ist Lernen für die Prüfung?

Der Workload umfasst Präsenzzeit, Selbststudium und Prüfung. Hast du im Semester mitgearbeitet, reichen für die gezielte Prüfungsvorbereitung oft rund 30 % des Workloads; wer neu einsteigt oder im Fernstudium ist, rechnet mit 50–100 %.

Wie viele Stunden am Tag kann man sinnvoll lernen?

Nachhaltig sind 2–4 Stunden konzentriertes Selbststudium pro Tag neben den Veranstaltungen. Mehr als 8 Stunden Lernen pro Tag hält niemand über mehrere Tage durch. Ergibt die Rechnung mehr: früher anfangen, Stoff eingrenzen oder den Termin verschieben.

Was tun, wenn der Lernaufwand nicht bis zur Prüfung passt?

Drei Hebel: früher anfangen, den Stoff auf prüfungsrelevante Kapitel eingrenzen oder – wenn die Prüfungsordnung es zulässt – den Zweittermin nehmen. Das Pensum über 8 Stunden pro Tag zu heben funktioniert nicht.

Wie behalte ich den Lernaufwand im Semester im Blick?

Halte pro Woche Plan und Ist fest. Liegst du zwei Wochen zurück, verteile den Rest auf die verbleibenden Tage, statt ihn an die letzte Woche zu hängen. Sprout Study macht das automatisch: Verpasste Einheiten wandern nach vorn, der Prüfungstermin bleibt.

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